Wie häufig sind Darmverletzungen bei der OP in Sublay-Technik?
Antwort: Sehr selten.
Bei der OP in Sublay-Technik wird der offene Zugang gewählt. Eine Darmverletzung ist bei einer reponiblen Leistenhernie bei vorsichtiger Präparation eher unwahrscheinlich, kann aber bei ausgeprägten Verwachsungen durchaus eintreten. Die intrabdominelle Verletzung des Darmes ist aber beim offenen Zugang sehr selten ca. 0,5 %, eigene Datenerhebung 0,05%.

Wie häufig sind Hodengefäßverletzungen, also Hodenatrophie (Absterben des Hodens) bei der OP in Sublay-Technik?
Antwort: Selten.
Bei der OP in Sublay-Technik werden die Hodengefäße durch den neuen inneren Leistenring durch den Netzschlitz geleitet, so dass sie nicht abgedrückt oder stranguliert werden. Dies wird palpatorisch kontrolliert, da die Hodengefäße auf keinen Fall durch das Netz stranguliert werden dürfen. Bei den älteren OP-Verfahren wie Shouldice und Bassini können die Hodengefäße durch die Naht abgedrückt oder versehentlich mit eingenäht werden. Bei den endoskopischen OP-Verfahren kann der Netzschlitz zu eng gewählt werden oder der fixierende Clip die Hodengefäße miterfasst und damit verletzt. Statistisch liegt das Risiko der Hodengefäßverletzung für den Ersteingriff bei ca. 1%, eigene Datenerhebung 0%.

Was passiert, wenn es eine Komplikation z.B. Nachblutung gibt? Meine Frau bzw. mein Mann macht sich Sorgen und möchte lieber, dass ich in die Klinik gehe?
Antwort: Die Blutungsaktivität muss kontrolliert werden nach der OP und zuhause.
Eine Redondrainage im Wundgebiet zeigt die Blutungsaktivität an. Sie werden wenigsten 4 Stunden nach der OP im Aufwachraum überwacht. Die Nachblutung kann aber auch später auftreten, deshalb wird eine Redondrainage ins OP-Gebiet gelegt. 10 Tage vor der Operation sollten gerinnungshemmende Medikamente (wie z.B. ASS, Marcumar, Plavix) abgesetzt werden. Vor der Operation wird eine Laboranalyse der Standard-Gerinnungswerte gemacht. Wenn aber eine erhöhte Blutungsaktivität bekannt ist (Nasenbluten, blaue Flecken), wird das Gerinnungslabor erweitert. Nach der Operation sind Sie ca. 4 Stunden im Aufwachraum und werden bei uns überwacht (Monitoring). Über die Redondrainage, die im Wundgebiet liegt, erhalten wir Aufschluss über die Blutungsaktivität, dies wird auch am Abend, wenn Sie zuhause sind, kontrolliert werden.

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